17
Jun

4. In-House Partnerprogramm vs. Partnerprogrammnetzwerke

categories Allgemein, Controlling, Grundlagen, Netzwerke    

Nachdem nun Vergütungsmodell, Ziele und Grundfragen geklärt sind, geht es an die Fragestellung:

In-House Partnerprogramm und / oder externes Partnernetzwerk?

Diese Frage ist mit am schwersten abschließend zu klären und die Antworten können sich im Zeitverlauf eines Partnerprogramms ändern und verändern. Da hier viele Antworten von den zur Verfügung stehenden Ressourcen abhängen, werde ich keine eindeutige Empfehlung aussprechen sondern nur die jeweiligen Vor- und Nachteile beleuchten und einander gegenüberstellen und meine persönliche Meinung dazu kommentieren.
 

In-House-Lösung

Bei einer In-House-Lösung programmiert der jeweiligen Anbieter eines Partnerprogramms das System komplett selbst. Er passt es individuell in das bestehende System (z.B. XT Commerce) ein und verwaltet alles ausschließlich selbst oder via einer dafür engagierten Agentur. Die nachfolgende Tabelle zeigt mögliche Vor- und Nachteile die in meine Überlegung und Empfehlung einfließen.
 

Vorteile Nachteile
keine Netzwerkkosten Entwicklungskosten für das System
höhere Webmasterprovision möglich schwierige Ansprache von Publishern
flexible Gestaltung des Programms evtl. zusätzliches Personal für Überwachung
schnelle Reaktion auf Marktveränderungen evtl. geringe Akzeptanz bei den Publishern
Aufbau von Kernkompetenzen kein Werbeeffekt durch Listung im Netzwerk
bessere Statistiken & Überwachung möglich

 

 
externes Partnerprogramm

Bei einem externen Partnerprogramm wird die bestehende Struktur eines Partnernetzwerkes benutzt. Hier fallen entsprechend Kosten für das Setup, monatliche Grundgebühren und eine Transaktionsgebühr an. Im Regelfall sind all diese Einzelpositionen verhandelbar und sollten auch unbedingt vor Vertragsschluss verhandelt werden. Wie in der In-House Lösung gibt es bei externen Partnerprogrammen ebenfalls Vor- und Nachteile. Diese werden wiederum in einer Tabelle ausgewiesen.
 

Vorteile Nachteile
leichtere Ansprache von Webmastern hohe Anlaufkosten (SetUp-Fee)
Werbeeffekt durch Listung im Netzwerk monatl. Grundkosten
keine großen Programmierarbeiten notwendig, nur Pixel muss eingebunden werden Transaktionsgebühren auf jeden Umsatz
geringere Entwicklungskosten, kein vollständiges System zu entwickeln kein Aufbau von Kernkompetenzen, lediglich Verwaltung
große Anzahl möglicher Webmaster Änderungen sind nur mit Verzögerungen umsetzbar
kein Aufbaue von Kernkompetenzen

 

 
Empfehlung & persönliche Meinung

Wie den Tabellen und Gegenüberstellungen zu entnehmen ist, jede Lösung hat seine Vor- und Nachteile. Der zukünftige Programmbetreiber muss sich in erster Linie über zwei Dinge Gedanken machen, bevor er entscheiden kann.
 

  1. Ist mein Partnerprogramm massentauglich?
  2. Habe ich Ressourcen für eine interne Lösung?

Unter Massentauglichkeit ist dabei gemeint, ob es viele potentielle Webmaster / Publisher gibt, die das Programm bewerben können oder nicht. Je spezieller das Produkt oder die Dienstleistung, desto weniger Webmaster werden es erfolgreich bewerben können. Bei speziellen Produkten tendiere ich mehr zu In-House Lösungen, die potentiellen Publisher sind hier meist bekannt oder einfach zu identifizieren. Bei Massentauglichkeit würde ich beides nutzen, In-House Lösungen und externe Partnerprogramme.

Neben der Überlegungen zur Massentauglichkeit muss man sich auch über die verfügbaren Ressourcen Gedanken machen. Wenn Programmierer zur Verfügung stehen, die die technischen Voraussetzungen schaffen (Tracking, Statistiken, Cookieweiche, ..) so sollte man immer auch eine In-House Lösung anstreben.

Der Grund immer auch eine In-House Lösung zu nutzen, wenn die Ressourcen für die Entwicklung zur Verfügung stehen, ist recht einfach dargelegt. Der zusätzliche Aufwand für Kontrolle, Auswertung und Verwaltung für die IHL neben den externen Partnerprogrammen ist überschaubar und sehr gering. Die Schritte müssen für die externen Programme sowieso durchgeführt werden, der Mehraufwand für die IHL ist also minimal. Zusätzlich kann das Unternehmen hier aber Kernkompetenzen, und damit Alleinstellungsmerkmale, aufbauen und seine Publisher besser kennenlernen. Mit einer IHL ist es einfacher gezielt einzelne Webmaster anzusprechen und diesen zusätzlich bessere individuelle Provisionen für die Teilnahme zu zahlen, schließlich spart man sich IHL die Transaktionsgebühren.

Abschließend empfehle ich also, mit Ausnahme sehr begrenzter Absatzfelder, immer eine Ko-Existenz von In-House Lösungen und externen Partnerprogrammen.

Nun geht es hier weiter zur Auswahl der Netzwerke

9
Jun

Die verschiedenen Vergütungsmodelle

categories Allgemein, Controlling, Grundlagen    

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Webmaster / Publisher für ihre Aktivitäten zu belohnen und zu vergüten. Nachfolgend werden die Archetypen definiert und erläutert. Die jeweilige Tauglichkeit für Partnerprogramme wird in den Grundlagen diskutiert.
 

Neben diesen Archetypen gibt es verschiedene Variationen und Verknüpfungen. Beispielsweise kann der Webmaster je Click bezahlt werden, bei einem Kauf aber eine zusätzliche Provision erhalten. Ebenso kann bei einem Verkauf eine zusätzliche Provision für einen möglichen Newslettereintrag vergütet werden. Der Phantasie ist hierbei kaum Grenzen gesetzt. Wichtig ist dabei immer die exakte Ausgestaltung der Bedingungen und Konditionen.

8
Jun

2. Der Weg zum richtigen Partnerprogramm

categories Controlling, Grundlagen    

Nachdem die grundsätzlichen Fragen zum Internet und Eignung von Partner- programmen gestellt (und hoffentlich auch beantwortet) worden sind, geht es nun zu den Zielen und Zielsetzungen von Partnerprogrammen.

Um im dritten Schritt die richtige Partnerprogrammart auswählen zu können, muss man sich zunächst einmal darüber im Klaren sein welchen Zweck ein Partnerprogramm erfüllen soll. Entsprechend gibt es die folgenden Fragen und Antwortmöglichkeiten:
 

  1. Was möchste ich mit einem Partnerprogramm erreichen?
    • Steigerung der Besucherzahlen
    • Ich möchte meine Webseite und mein Angebot bekannter machen
    • Es soll mehr Infomaterial angefordert werden
    • Besucher sollen sich für einzelne Aktivitäten anmelden (z.B. Newsletter)
    • Ich möchte mehr Waren verkaufen über meinen Onlineshop
    • ….
  2. Welche finanziellen Möglichkeiten stehen zur Verfügung?
    • ein einmaliger Betrag
    • ein festes monatliches Budget
    • ein monatlich variables Budget
    • ein variables Budget, abhängig von den Verkäufen
  3. Für was möchte ich Webmaster / Publisher vergüten?
    • Für die Vermittlung von Besuchern (Klick)
    • Für das Anforderungen von Informationen und Angeboten durch deren Besucher (Lead)
    • Für das Anmelden und Nutzung von Inhalten, z.B. beim Newsletter (Lead)
    • Für den Kauf von Waren & Dienstleistungen durch deren Besucher (Sale)
  4. Welche Vorkenntnisse zu Partnerprogrammen sind vorhanden?
    • keine
    • bereits erste Erfahrungen gesammelt
    • umfassende Erfahrungen gesammelt
  5. Welche technischen Möglichkeiten & Kenntnisse stehen zur Verfügung?
    • technischer Laie
    • fortgeschrittene Kenntnisse
    • umfassende Möglichkeiten zur Programmierung & Einbindung
  6. Welche personellen Möglichkeiten stehen zur Verfügung?
    • minimale personelle Kapazitäten, Mitarbeiter haben nicht die Zeit ein Partnerprogramm zu Verwalten
    • ein oder mehrere Mitarbeiter verwalten das Partnerprogramm zusätzlich zu ihrer normalen Arbeit
    • ein oder mehrere Mitarbeiter stehen ausschließlich für das Partnerprogramm zur Verfügung
  7. Welche Marketingmaßnahmen werden bereits selbst durchgeführt
    • keine
    • Adword-Werbung / SEM
    • Buchungen bei Agenturen (Displayklicks, -views)
    • In-House Partnerprogramm

Nachdem Sie anhand der Fragen Ziele, Budget, Kenntnisstand und personelle, wie technische  Kapazitäten definieren konnten, sind nun folgende Dinge zu berücksichtigen:
 

Sie haben ein variables Budget zur Verfügung, technisches wie personelles Know-How, klar definierte Ziele und Vorstellungen? Dann geht es nun hier weiter zur Auswahl der richtigen Vergütungsmodells.

7
Jun

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